Mein Puschelputzi

Unser Leben mit einem kleinen Wirbelwind
 
 

Neues zu Mika

Am Samstag, dem 01.07., waren wir mit Mika und Cody in der Tierklinik in Lüneburg, um die Zähne abchecken zu lassen. Wie erwartet, war der Befund nicht gerade vielversprechend.
Mir sind ja zwei bläulich verfärbte Zähne aufgefallen, die beiden oberen Eckzähne. Dabei handelt es sich um Dentaleinblutungen, die durch einen Sturz, einen harten Zusammenprall oder durch einen Biss auf etwas sehr hartes entstehen können. Diese Zähne müssen nun in einem nächsten Termin unter Narkose geröntgt werden, um anschließend zu entscheiden, ob sie gezogen werden müssen. Wenn die Zähne sich nicht entzündet haben, dann können sie vermutlich drin bleiben, allerdings wird wohl auch die blaue Färbung bleiben.
Der ganz kleine, kaum sichtbare Zahn an der Seite direkt hinter dem einen Eckzahn ist abgebrochen. Die Pulpa - das Ding in der Mitte des Zahnes, wo die Nerven und Blutgefäße entlanglaufen - ist offen und da wir, wie bei allem anderen auch, nicht wissen wie alt die Frakturen sind, muss dieser Zahn definitiv gezogen werden. Auch ein weiterer Zahn unten, direkt gegenüber des ganz kleinen, muss auch gezogen werden, da dieser ebenfalls abgebrochen ist mit eröffneter Pulpa.

Natürlich könnte man auch versuchen die Zähne durch eine Wurzelbehandlung zu retten, das ist am Ende das gleiche wie beim Menschen. Nur besteht dabei einfach die Gefahr, dass sich die Bakterien schon längst eingenistet haben und dann weiter ihr Unheil anrichten, auch wenn die Wurzel entfernt ist. Daher kommt diese Art der Behandlung tatsächlich nur in Frage, wenn die Fraktur noch sehr jung ist. Wenn man also einen abgebrochenen Zahn bemerkt, was kurzzeitig ziemlich stark blutet, dann sollte man am besten noch am gleichen Tag oder am Tag darauf zum Tierarzt, damit dieser den Zahn flicken kann.

Auch mein Hundekind hat ja einen abgebrochenen Zahn, vorne an der kleinen Zahnreihe oben. Hier gilt dasselbe Prinzip: Die Fraktur ist schon über 2 Jahre alt, also muss der Zahn raus.

Wenn die Hunde nun eh schon einmal in Narkose liegen für das Röntgen und die anschließende Zahnextraktion, wird auch gleich der Zahnstein mit entfernt. Das wiederum finde ich recht gut, so werden die Zähne einmal grundsaniert und wir sparen uns mögliche Löcher in zwei Jahren und mehrere Narkosen.

Beide Hunde werden am auch am gleichen Tag behandelt, sodass wir nicht doppelt fahren müssen. Mika wird anschließend natürlich nicht führen, das heißt Mama wird ihren Blindenstock mitnehmen, wir schauen uns für die Zeit der OPs Lüneburg an und anschließend geht es mit Mika an der Leine nach Hause. Er soll nach der Narkose wieder gehfähig sein, aber wir wollen ihm das Führen dann doch nicht zumuten, soll sich der Kopf doch erstmal wieder klaren.

Mama hat sich diese Woche nach dem Besuch total die Sorgen um ihren Hunde gemacht. Hihi, IHR Hund. Jetzt versteht sie es langsam. ;D
Sie hatte oder hat auch immer noch große Sorge, dass Mika während der Narkose sterben könnte. Ich habe nun schon versucht ihr die Sorgen zu nehmen, wir müssen dann aber mal schauen, ob sie anwesend sein wird, wenn die Hunde die Zugänge bekommen. Ich möchte auf jeden Fall anwesend sein, wenn die Hunde narkotisiert werden, vor allem für Cody, der mir ja vertraut und ich möchte nicht, dass er voller Angst in die Narkose rutscht, weil er nicht weiß, was passiert. Klingt vielleicht blöd, wenn man das so liest, aber ich denke, es ist auch für den Menschen viel schlimmer, wenn dieser voller Angst narkotisiert wird, als wenn er Vertrauen in die Personen setzt, die ihn narkotisieren. Zumal Cody sicherlich mit durch die Tür schlüpfen wollen würde, wenn wir rausgehen sollen. Das schürt nur noch mehr Angst und das will ich nun wirklich nicht.

Komischerweise habe ich im Gegensatz zu Mama gar keine Angst, dass die Hunde sterben könnten, sind es doch nur die Zähne, die gemacht werden müssen. Aber klar, jede Narkose birgt ein Risiko. Trotzdem mache ich mir über sowas erst Gedanken, wenn dieser Todesfall eintreten sollte - auch ein Grund, warum ich bei Codys Narkose dabei sein möchte, damit ich mich quasi schon vorab für den Fall der Fälle verabschieden kann. Trotzdem glaube ich, dass beide Hunde gesund und munter wieder aufwachen werden.

Nun schauen wir mal, wann der Termin stattfindet. Leider muss es ein Tag unter der Woche sein, daher kann es erst in Mamas Urlaub stattfinden. Gut, auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es nun auch nicht an. Und Mama muss demnächst sowieso wieder operiert werden, da die Blutgefäße über der Hornhaut nun schon echt grenzwertig sind. Die müssen wieder weggespritzt werden. Sollte das zeitnah nach den Hunde-OPs stattfinden, hätte Mika noch ein paar Tage mehr, um sich zu erholen. Wobei wir wahrscheinlich eh noch ein oder zwei Tage warten werden, bis Mika wirklich wieder fit ist. Na mal schauen, auch Mamas OP-Termin steht noch nicht fest, ich hoffe nur bzw. habe angesagt, dass der Termin nach unserem Musicalbesuch stattfinden soll oder aber mindestens zwei Wochen vorher, was die sicherlich nicht schaffen werden. Das Musical ist auch diesen Sommer wieder das einzige, was wir einigermaßen gut wahrnehmen können, da die neue Hornhauttransplantation ja auch noch aussteht. Vielleicht fahren wir nochmal eine Woche zu Oma, das war ja auch ursprünglich der Plan, da müssen wir ebenfalls darüber nachdenken, wie wir das handhaben können. Hach ja, ist mal wieder leicht kompliziert zur Zeit.

Immerhin werden die Kosten für die Mika-OP und das Mika-Röntgen von der Krankenkasse übernommen. Zuerst wollte die Kasse noch prüfen, bei wem die Zahnschäden entstanden sind, aber da es sich hier um die Erwachsenenzähne handelt, kann es sowohl in der Patenfamilie, als auch in Führhundschule passiert sein, somit ist die "Schuld" kaum nachweisbar. Uns ist es am Ende auch egal, Hauptsache ist, dass Mika angemessen geholfen wird.

Gestern haben wir übrigens einen Bekannten getroffen, der mit Mina gespielt hatte, was selten dämlich war. Ich meine, anfangs hielt ich Mika noch fix die Schnauze zu mit dem Hinweis an ihn: "Nicht knabbern!"
Kurze Zeit später war es dann so, dass unser Bekannter auf das Spiel richtig einging und Mika knabberte natürlich wieder wunderbar an Arm und Hand. Er sprang auch und schnappte nach "seiner Beute".
Am Ende hieß es an uns gerichtet: "Leute, da müsst ihr was machen!" Er hatte ja keine Ahnung, dass das die harmlose Mika-Variante war, immerhin bin ich die ersten knapp vier Wochen mit blauen Flecken an den Armen rumgelaufen, die wer weiß was erahnen ließen. Ich sah echt aus, als wäre ich misshandelt worden.

Am Ende sind wir durchaus dabei etwas zu machen, immerhin packt Mika nicht mehr so krass zu wie noch vor wenigen Wochen, aber wir können jetzt auch keinen x-beliebigen Hundetrainer dazu holen, immerhin ist Mika immer noch ein ausgebildetes Hilfsmittel. Wenn es nach der Frührhundschule ginge, dürfte Mika gar nicht gestreichelt werden und nur wenig mit Hunden spielen, damit das Interesse gar nicht erst geweckt wird.
Aber mal ehrlich, das ist doch nicht Sinn der Sache. Mika hat nun schon gelernt nicht mehr so grob zu spielen, auch wenn es auch da noch einiges zu lernen gibt, und Mika entwickelt sich auch langsam zum Kuschelhund. Morgens kuscheln Mama und er immer mindestens zehn Minuten und auch das Kämmen geht schon wesentlich besser, er bleibt brav liegen und lässt sich auch an der Rute schon viel, viel besser anfassen und kämmen.
Jetzt besteht einfach noch die Schwierigkeit, dass er das normale Hundsein lernt, also dieses: "Du darfst Interesse an anderen Hunden haben, aber ich entscheide, ob gespielt wird oder nicht und wir können auch einfach an ihnen vorbeigehen."
Aber das dauert natürlich wieder und geht nicht von heute auf morgen. Zumal Mama sich da auch erst hineinfinden muss. Und kleine Erfolgserlebnisse hatte wir nun auch schon mehrfach, teils aber auch erst, nachdem er sich schon in die Leine gestemmt hatte. Nachdem wir dann klar gemacht hatten, dass er nicht einfach lospreschen kann, war er wieder ganz brav und hat auch ganz freundlich an einem anderen Hund geschnüffelt oder ähnliches. Also wir machen schon Fortschritte, nur eben kleine.

7.7.17 10:21

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" (10.7.17 23:24)
Du liebe Zeit, das klingt ja heftig mit den Zähnen, aber es sind beides noch junge Tiere, also werden sie die Narkose sicher gut verpacken, auch wenn ich die Angst deiner Mama schon nachvollziehen kann.
Ich drücke feste Daumen, dass alles gut verläuft.


mein-puschelputzi (11.7.17 13:51)
Ich denke auch, dass die Narkose nicht das Problem sein sollte. Und was raus muss, muss raus, solange es der Gesundheit dient. Danke dir!

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