Mein Puschelputzi

Unser Leben mit einem kleinen Wirbelwind
 
 

Auszugspläne und Zahnprobleme?

Nun ist es einigermaßen offiziell: Mama möchte ausziehen. Klingt komisch, wenn man bedenkt, dass es in der Gesellschaft doch normal ist, dass die Kinder ab einem bestimmten Alter ausziehen. Doch bei uns ist ja bekanntlich einiges etwas anders. Mama benötigt eine Wohnung mit Dusche, nach Möglichkeit ebenerdig, und entweder im Erdgeschoss bzw. im ersten Stock oder mit Fahrstuhl.
Nachdem sich die Wohnungssuche seit jeher schwierig gestaltet, denn wenn die Menschen ehrlich sind, möchte niemand einen blinden oder behinderten Menschen als Mieterin haben, noch dazu mit Führhund, hat sich nun eine Möglichkeit ergeben. Sie bekommt eines der neu gebauten Studentenzimmer, die tatsächlich alles haben, was sie braucht - da fragt man sich doch gleich wieder, warum junge, frische Studenten eine ebenerdige Dusche und einen Fahrstuhl benötigen, wo es auch viele ältere Menschen gibt, die solchen Luxus zu schätzen wissen würden. Ich war anfangs nur mäßig überzeugt davon, denn ich weiß, wie Studenten sein können und gerade die Geschichten mit den Partys und co. tragen nicht gerade zum Wohlbefinden von Menschen bei, die aus diesem Alter schon längst raus sind. Aber nun hat sie mich einigermaßen davon überzeugt, denn sie bekommt das Zimmer so, dass sie nicht zwischen zwei Studenten wohnt.
Anfangs wollte sie nur ein Zimmer haben, natürlich mit Küche und Bad. Doch da Mika jetzt ihr Leben bereichert, konnte ich sie immerhin dazu überreden, dass sie mindestens 1,5 Zimmer nimmt, sodass sie über ein kleines Schlafzimmer verfügt und auch genügend Platz für ein Sofa und ein Hundekörbchen hat.

Ich wiederum bleibe in unserer aktuellen Wohnung drin, da ich für diese Quadratmeterzahl auf dem aktuellen Wohnungsmarkt unglaublich viel zahlen müsste, sprich: Diesen Preis bekomme ich nie wieder.
Nun muss ich nur schauen, wie ich das ganze finanziere, denn Wohngeld bekomme ich nicht, weil ich Bafög-berechtigt bin, nur bekomme ich ja kein Bafög, weil Papa zu viel verdient. Das ist auch der Grund, warum ich kein Hartz IV bekomme, denn das Einkommen beider Eltern, plus Mamas Rente, ihr Blindengeld, mein Stipendium und so weiter deckt den Unterstützungsbedarf ab, da ja alles, komplett alles angerechnet wird, auch wenn das Blindengeld und co. von Mama gar nicht für mich aufgewendet werden darf. Selbst wenn man Mamas wenige Finanzen rausrechnen würde, verdient Papa immer noch zu viel, als dass ich Unterstützung bekommen würde. Und ich bekomme gerichtlich festgesetzt nur etwas mehr als die halbe Unterstützung, die er hätte zahlen müssen, mit der Begründung, er sei ja nicht mit der Privatuni einverstanden und er mache nun lediglich das Beste daraus. Na ja, es hilft nichts, da muss ich mir nun etwas einfallen lassen.

Kommen wir nun zu den Hunden.
Mika hat sich super eingelebt, Cody und er benehmen sich wie Brüder und es herrscht nun immer große Wiedersehensfreude nach längerer Abwesenheit. Gespielt wird auch schon mehrfach und etwas länger und Cody muss ihn nur noch selten zurechtweisen, weil er zu grob war.
Ich habe Mama letztens gezeigt, wie sie Mika die Zähne putzen kann. Dabei viel mir auf, dass einer der vorderen Eckzähne eine leicht bläulich-lila Färbung hatte, nicht komplett, aber doch bis fast zur Hälfte. Zudem ist unten ein kleiner schwarzer Punkt zu sehen und der Eckzahn wirkt wie leicht abgeschnitten, hat also unten keine runde Spitze sondern eine kleine Fläche, in dessen Mitte der schwarze Punkt ist. Der andere Eckzahn hat ebenfalls diese Fläche und diesen Punkt, nicht aber diese bläuliche Färbung. Allerdings gibt es auf direkt hinter diesem Zahn einen kleinen Zahn, der wirklich sehr winzig und äußerst flach ist. Es sieht aus, als wäre dieser Zahn gar nicht vorhanden, so dicht am Zahnfleisch ist er.
Ich habe mich also im Internet auf die Suche begeben und was ich gefunden habe, missfiel mir deutlich. Da ist dieser Hund für teuer Geld durchgecheckt worden, aber ausgerechnet die Zähne fehlten?
Wir haben nun sowieso einen Termin in Lüneburg für Mika mit besonderem Augenmerk auf die Zähne. Da sich auch Cody in seinem ersten Jahr einen Zahn abgebrochen hat, lassen wir diesen gleich mit kontrollieren, denn auf den Seiten der Zahnspezialisten für Hunde steht überall eindeutig, dass ein abgebrochener Zahn einen Notfall darstellt, der behandelt werden muss. Es muss eine Wurzelbehandlung erfolgen, nach Möglichkeit bevor die Wurzel komplett wegfault, sich dabei auch das Zahnfleisch entzündet und der Hund Schmerzen verspürt.
Nun hoffe ich einfach mal, dass Codys Wurzel noch nicht so krasse Auswirkungen hat, noch hat er zwar keine Schmerzen, aber ich möchte auch nicht in zwei Jahren wieder da stehen, sodass man Cody dann eine Art Krone verpassen müsste. Natürlich gilt für Mika dasselbe, lieber lassen wir jetzt nachschauen, als dass er irgendwann nicht mehr vernünftig führt, weil er Schmerzen hat.

Übrigens hatte Cody in den letzten Wochen ziemlich stark gebellt. Wir waren schon total genervt und wussten nicht, woher es kommt, denn er ließ sich auch nur recht schwer wieder korrigieren.
Wer uns auf YouTube verfolgt, der weiß über seine Stelle am Vorderbein. Wahrscheinlich hatte sich dort ein klettenähnliches Pflanzenteil im Fell verfangen, dessen feine Spitzen eine Art Teppich mit dem Fell gebildet und auch die Haut etwas in Mitleidenschaft gezogen hatte.
Viele wären jetzt wahrscheinlich sofort zum Tierarzt gerannt und auch ich spielte kurz mit dem Gedanken, doch entschied ich mich dafür die Stelle erstmal erst in Augenschein zu nehmen. So schnitt die Stelle recht großzügig frei, was mir echt im Herzen wehtat, da ich an Codys Fell nur äußerst ungern herumschnipple, schließlich ist er kein Modehündchen und schön so, wie er gewachsen ist. Doch in diesem Fall ging es nicht anders. Ich versuchte diesen Teppich erst herauszukämmen, was absolut nicht funktioniert hatte, also musste doch die Schere her. Vorsichtig schnitt ich das alles raus, dabei auch das, was schon ganz leicht mit der Haut zusammengetroffen war. Er drehte ein paar Mal den Kopf, also komplett schmerzfrei ging es wohl nicht, aber er bleib super lieb liegen, schnappte nicht, bewegte sich nicht weiter und ließ die Prozedur einfach über sich ergehen. Ich desinfizierte anschließend alles, dann kam Salbe darüber und ein kleiner Verband - nicht, dass er sich noch eine Sekundärentzündung einfing.

Am nächsten Tag wechselte ich den Verband, doch schon am Tag darauf konnte ich ihm weglassen, da Cody nun auch selbst anfing ihn mit der Nase und den Zähnen von der Stelle zu schieben. Es bildete sich etwas Schorf darüber, den ich am Tag 4 vorsichtig abmachen konnte und darunter zeigte sich eine schöne rosa Hautpartie. Noch nicht ganz normal-rosa wie die restliche Haut, aber auch nicht mehr offen und daher durchaus in Ordnung.
Mittlerweile wächst das Fell wieder nach und ich habe mir einmal mehr den Tierarzt gespart. Ich weiß, sowas kann auch ziemlich gefährlich werden, wenn man einfach selbst daran herumdoktert und womöglich noch alles schlimmer macht, doch komme ich nicht umhin ein wenig stolz auf mich zu sein, dass ich die Lage richtig eingeschätzt und meinem Hund eine mögliche Narkose erspart habe. Ich habe nämlich bestimmt eine halbe Stunde oder länger damit zugebracht die Fremdkörper ganz behutsam zu entfernen - so viel Zeit nimmt sich ein Tierarzt nicht, da sind Schmerzen bei schnellem Handeln vorprogrammiert und daher ist oft eine Narkose nötig. Auch bin ich stolz auf Cody, dass er mir so vertraut, mich machen lässt und er ganz ruhig liegen geblieben ist.

So, bleibt eigentlich nur noch abzuwarten, was Lüneburg zu den Zähnen der beiden Schätze zu sagen hat. Meine neuere Recherche in Foren ergab auch, dass abgebrochene Zähne durchweg immer behandelt werden, meist mit einer Wurzelbehandlung. Na mal sehen, ich bin gespannt.

26.6.17 23:25

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" (30.6.17 20:08)
Gratulation zu Codys Behandlung!
Ich glaube, das ist ein bisschen wie mit Kindern. Mit der Zeit wird man mutiger und rennt nicht mehr für jeden Pups gleich zum Doc. Ich halte es mit Rex ganz ähnlich, bis jetzt immer erfolgreich.
Wünsche deiner Mutter alles Gute für den Umzug und drücke die Daumen, dass ihr das Finanzielle irgendwie geregelt bekommt.
Und toitoitoi natürlich für die Zahngeschichten ...

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