Mein Puschelputzi

Unser Leben mit einem kleinen Wirbelwind
 
 

Hundephysiotherapie

Nach langem Suchen war ich am Freitag mit Cody bei einer Hundephysiotherapeutin in Berlin. Ich war ziemlich nervös und hoffte, dass erstmal alles so klappte, wie ich mir das fahrtechnisch vorstellte. Leider übertrug sich meine Nervosität auf Cody und das nicht zu knapp.
Im Bus verhielt er sich noch relativ ruhig, doch als wir dann auf den Bahnsteig gingen, zitterte Cody wie Espenlaub und wollte nur noch weg. Dass der Bahnsteig sehr voll war, machte die Sache nicht einfacher. Ich versuchte ihn irgendwie zu beruhigen, lobte ihn, wenn er sich hinsetzte und bot ihm auch Leckerlis an, die er jedoch nur zögerlich nahm und teils ganz verschmähte. So kam ich nicht weiter. Immer, wenn ich mich wieder aufrichtete, gab Cody Vollgas und wollte sich aus dem Staub machen. So kam es, dass ich mich zu ihm hockte und ihn vom Wegrennen abhielt, während er abwechselnd an mir vorbei wollte und sich ganz eng an mich kuschelte.
Ich war froh, als der Zug endlich kam, musste Cody zwar hineintragen, da er keinen Schritt auf das Ding zumachen wollte, aber wenigstens konnten wir uns hinsetzen und er sich etwas beruhigen. Die Zugfahrt bekam ihm gut, er entspannte sich ein klein wenig und als wir dann zweimal den Zug wechseln mussten, war es weniger ein Problem für ihn. Er stand lockerer am Bahnsteig, nur in die Züge einsteigen wollte er immer noch nicht wirklich, zumindest wenn die Züge voll waren.
Wir fuhren einmal quer durch Berlin. Als wir angekommen waren, hatte ich die Qual der Wahl. In welche Richtung gehen wir nun? Glücklicherweise gibt es eine Karten-App auf dem Handy, sodass ich probeweise ein paar Schritte nach vorne machte, um zu sehen, wohin sich der kleine blaue Punkt bewegte. Wo ich hinmusste, hatte ich vorher Zuhause schon auf der Karte markiert. Wir bewegten uns darauf zu. Cody schien mir sichtlich erleichtert, dass er draußen war. Er markierte munter alles, was sich ihm in den Weg stellte, glücklicherweise meist Bäume.

Der Weg zur Praxis war erstaunlich kurz. Dort angekommen wurden wir auch schon erwartet. Die Praxisräume sahen genauso aus, wie auf den Fotos auf der Homepage. Wir gingen nach hinten in einen Raum, vorbei an einem Labrador im Unterwasserlaufband. Cody zeigte sich in den Praxisräumen ziemlich ängstlich. Er wollte nicht so recht von meiner Seite weichen, schon gar nicht hin zu der Frau, die ihn da so lockte. Sie ging mit mir erstmal einen kleinen Fragebogen durch, während Cody es sich unter meinem Stuhl bequem machte und dort auch nicht mehr herauskommen wollte.
Als die Physiofrau ihn abtasten wollte, trickste ich Cody mit einem Stück Käse aus und holte ihn dann aus seinem Versteck hervor. Am Boden wollte er nicht so recht stehenbleiben, sodass ich ihn auf den Tisch stellen sollte. Doch auch hier fand er es sehr komisch und wollte nicht so recht stillhalten. Ich musste einmal die Seite wechseln, damit die Therapeutin besser an ihn herankam, denn Cody stand dicht bei mir und der Tisch ist dann doch etwas breit, um locker mit den Armen darüber zu reichen. Cody folgte mir sogleich, sodass das Abtasten nun beginnen konnte. Sie stellte dasselbe fest, wie der Tierarzt auch, maß dann noch Codys Muskeln an den Oberschenkeln und fand heraus, dass er anscheinend aus irgendeinem Grund das linke Bein mehr belastet als das rechte. Links hat er mehr Muskeln. Sie konnte sich ebensowenig wie ich mir erklären, warum dies der Fall war. Codys Hüfte ist ja gut, auch hatte er rechts keine Verletzung, an die ich mich erinnere, die diese Entlastung des rechten Beins erklären könnte.

Nachdem alle wichtigen Daten erhoben waren, Cody auch noch einmal vorlaufen musste und sie mir erklärte, dass der Trab eigentlich ein Schongang ist, weil ein Hund dadurch wenig Muskelarbeit hat und ganz nebenbei auch Energie spart, ging es an die Behandlung. Zuerst zeigte sie mir zwei kleine Übungen, die ich Zuhause fortführen sollte, jeweils mit 12 Wiederholungen. Insgesamt dauert diese manuelle Dehnung ungefähr 10 Minuten.
Anschließend schaltete sie die Magnetfeld-Matte auf dem Tisch ein und begann mit einem Ultraschall für den Pectineus-Muskel, ein kleiner Muskel im Oberschenkel. Cody ließ alles über sich ergehen, ohne zu murren. Er döste zwischendurch vor sich hin, immerhin war schon die Anreise sehr anstrengend gewesen.
Auch die dritte neue Therapie für den Iliopsoas-Muskel in der Hüfte störte ihn nicht weiter. Er musste nur mal kurz schauen, was das für komische Dinger in seinem Fell sind. TENS - transkutane elektrische Nervenstimulation heißt das Verfahren. Mit anderen Worten, der Hund bekommt zwei Elektroden aufgeklebt und ein bisschen Strom sorgt für die Lockerung der Muskeln. Für Cody kein Problem.

Damit war die Physiotherapiestunde auch schon zu Ende. Zwei Stunden sind es doch geworden, davon ungefähr eine halbe reine Therapie und der Rest war ausführliche Anamnese. Die Therapeutin überlegt sich nun einen gezielten Trainingsplan für Cody mit vielen kleinen Übungen für Zuhause. Wir sind aktuell fleißig dabei die zwei Übungen zu machen und Cody wird mit jedem Mal entspannter und genießt es etwas mehr. Noch haben wir einiges vor uns, aber ich denke, dass es ihm gut tut. Die nächste Physio ist dann vermutlich am Samstag. Auch wenn sich der Aufwand im Vergleich zur halben Stunde Therapie nicht wirklich lohnt, so bin ich doch froh zu sehen, dass es Cody damit besser geht.

9.1.17 11:24

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" (13.1.17 10:59)
Gute Besserung für Cody!


mein-puschelputzi (13.1.17 11:20)
Danke!

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