Mein Puschelputzi

Unser Leben mit einem kleinen Wirbelwind
 
 

Urlaub, Tierklinik und Mika

Nach langer Zeit melden wir uns auch mal wieder.

Mika hat sich gut eingelebt und spielt nun auch wesentlich gemäßigter mit Cody als noch am Anfang. Wir waren vor Kurzem im spontanen Kurzurlaub bei Oma in Meppen und dort gab es eine schöne Wiese, auf der die beiden spielen konnten. Offiziell war das natürlich keine Hundewiese, aber wir hatten gegen Schluss sogar ein Zuschauer-Pärchen, dass sich über Codys fliegendes Fell und Mikas schwingende Ohren amüsierte.
Jedenfalls habe ich das Spiel aufgenommen und im Nachhinein festgestellt, dass Mika viel mehr auf Cody eingeht und nicht mehr einfach so drauflos rennt. Cody wiederum animiert ihn zum Spiel, greift selbst aktiv an und schreckt zurück, nur um Mika dann aus dem Hinterhalt zu überfallen. Ja, die beiden haben Spaß, denke ich.

Der Urlaub selbst war eigentlich recht schön. Wir haben Oma mal wieder gesehen, was angesichts ihres Alters und der körperlichen Verfassung wohl das letzte Mal gewesen sein wird. Tante Andrea wollte uns nicht sehen, aber wie der Zufall es so wollte, liefen wir ihr dann doch über den Weg. Sie war immer noch sauer wegen Omas 80. Geburtstag, auf deren Feier wir nicht waren, da Cody nicht erlaubt war. Ich solle ihn doch in eine Hundepension geben, so sagte sie und wollte uns nichtmal das Hotel nennen. Wir fanden es schlussendlich doch heraus und nachdem wir die Sache erklärt hatten, durfte Cody sogar mit. Dennoch sind wir nicht gefahren, denn das Theater musste ich mir nun wirklich nicht geben. Mama schrieb daraufhin einen Rundbrief an alle, bekam keine Antwort von irgendwem und Andrea war demnach sauer und wollte mit uns nichts mehr zutun haben. Tja, das Leben kam dazwischen und sie hat sich immerhin recht anständig verhalten, auch wenn sie weiterhin der Meinung war, dass das voll unnötig gewesen sei und wir ruhig hätten teilnehmen können.
Ich fragte Oma einmal, wer denn die Kinder auf einem Foto seien, sie erklärte mir, wer das war und auf mein "Die sagen mir gar nichts." bekam ich als Antwort: "Na wenn ihr nicht da seid!" Ich dachte mir nur: Ja, wenn ihr meinen Hund nicht dabei haben wollt, selbst Schuld. Ich muss nicht dabei sein, mich interessieren die Gören nicht, die eh nicht erzogen sind und nur im Mittelpunkt stehen wollen. Ich muss mich nicht ausfragen lassen, um dann eh wieder nur Negatives zu hören und ich muss auch nicht wie blöd in der Ecke stehen, weil sich niemand mit mir unterhalten möchte bzw. sich niemand wirklich für meine Belange interessiert. Und als Kinderbetreuung muss ich mich schon gar nicht abstempeln lassen.

Dass an unseren Hunden herumgenörgelt wurde, versteht sich wohl von selbst.
Cody und Mika sollten bei Oma im Flur warten, auf Badematten. Als würden die auf dem beschichteten Boden ach so viel Dreck machen, den man nicht wegbekommt. Ich dachte mir schon, dass Cody nicht liegen bleiben wollte, daher band ich ihn an Mikas Geschirr fest, denn dieser blieb liegen wie ein Stein. Cody quittierte das beim Kuchenessen mit ausdauerndem Gequietsche. Mama meinte, das mache sie nervös und ich solle ihn doch zu mir holen. Kaum getan, legte er sich zu meinen Füßen nieder, blieb liegen und schlief. Oma meinte, dass ich das noch üben müsse. Ich könnte ihn doch Zuhause mal auf seine Decke einige Meter von mir entfernt ablegen, damit er das lernt. Ist ja nicht so, als könnte er das nicht, aber ich selbst mag es auch nicht ihn irgendwo Meter weit von mir weg abzulegen, wenn es dafür keinen Grund gibt. Das signalisiere ich dann wahrscheinlich unterbewusst auch genau so und er nimmt das auf und beschwert sich.
Mika hingegen führe ganz schlecht und sei überhaupt keine Hilfe. Natürlich testete er viel und war neuerdings auch sehr leicht ablenkbar, von dem Hundeproblem ganz zu schweigen. Dennoch ist er eine Hilfe in puncto Unabhängigkeit und in gewisser Weise auch Sicherheit. Dass Mama nun viel schneller unterwegs war, quittierte Oma mit einem: "Mensch, hat die ein Tempo drauf!" Ja, Mama ist schneller unterwegs, solange Mika vernünftig läuft und früher hätte Oma mit dem Tempo auch locker mitgehalten, aber nun ist sie so langsam gewesen, dass man fast meinen könnte, wir kriechen. Nichts für ungut, ehrlich, ich weiß, dass alte Leute häufig langsam sind, aber sie hat doch nochmal um einiges mehr abgebaut und sieht heute im Vergleich zu früher wirklich richtig aus wie eine alte Oma. Und das innerhalb von knapp 1-2 Jahren. Auf dem Rückweg kam uns dann dummerweise auch ein Hund von hinten entgegen, den Frauchen ohne Leine im Fahrradkorb mitführte bzw. der nun frei neben dem Rad herlief und natürlich nicht aufs Wort hörte. Da gab es fast Hundesorbet à la Mika. Okay, ganz so schlimm war es nicht, aber auch nur, weil die Hündin gerade noch die Kurve in der Kommunikation bekommen hat. Das Frauchen hatte sich dann entschuldigt und die Hündin hat es ordentlich drüber bekommen - ob das nun so klug war, sei dahin gestellt. Mama meinte nur: "Ach, naja, da sind wir beide nicht perfekt." Für Oma war das natürlich eine perfekt servierte Vorlage.

Wir hatten aber sowieso geplant nicht die ganzen Tage bei und mit ihr zu verbringen, sodass wir auch auf eigene Faust die Stadt und Umgebung erkunden gingen. Das tat uns allen sehr gut und machte den Urlaub dann doch noch zu einer gelungen Sache.

Nichtsdestotrotz steht es mit Mikas Führfähigkeit tatsächlich nicht so rosig. Er macht nämlich einen Haufen Fehler. Wir werden wohl eine Nachschulung beantragen, allerdings nicht bei der jetzigen Hundeschule, sondern bei einer anderen Frau, die zudem auch aus Hamburg kommt und so dichter dran ist. Wir kommen leichter hin und sie hat zumindest vom Telefonat her einen super kompetenten Eindruck gemacht.

Eine Sache, die für seine Fehler verantwortlich sein könnte, haben wir nun beseitigt. Am Dienstag wurde Mika in der Tierklinik in Lüneburg operiert. Zwei Zähne wurden gezogen, die beiden, die abgebrochen waren. Die Eckzähne mit den Dentineinblutungen durften bleiben, da sich zumindest vorerst nichts entzündet hatte. Es kann leider immer noch etwas nachkommen, da man nicht feststellen kann, ob, welche und wie viele Bakterien und co. sich gebildet haben, doch es gab auch Entwarnung, denn der Seniorpartner der Klinik, der die Zähne behandelt hatte, meinte, dass die Fangzähne auf jeden Fall im Kiefer bleiben würden, denn die Fangzähne seien sehr wichtig für Hunde.
Mika hatte seit einer Woche auch eine Ohrenentzündung, so zumindest die Diagnose unserer Haustierärztin. Wir träufelten fleißig die Ohrentropfen, doch so ganz war es auch nach dieser Woche nicht weg und wir ließen es kontrollieren. Der TA hatte so ein cooles Videoteilchen, mit dem man auf einem Bildschirm sehen konnte, wie es im Ohr aussah. Außen war es schon wesentlich besser gewesen, nur tief innen war immer noch alles voller Ohrenschmalz. Der TA fragte uns, ob denn schonmal ein Abstrich gemacht wurde. Natürlich nicht. Also wurde das jetzt auch gleich mitgemacht. Nächsten Donnerstag soll das Ergebnis ankommen und wir müssen wieder zur Kontrolle. Hoffentlich helfen die neuen Ohrentropfen besser. Zudem sollen wir beim Kontrolltermin ein dauerhaftes Medikament mitbekommen, mit dem wir das Ohr dann regelmäßig spülen sollen.
Während Mika sowieso schonmal in Narkose lag, wurde er auch gleich auf HD, ED und Patella geröntgt, da wir nach mehrmaligem Auffordern auch von unserer Haustierärztin die alten Bilder nicht bekamen. Glücklicherweise ist Mika komplett frei davon. Die Zahn-OP verlief auch gut. Mika wurde uns zwar noch halb in Narkose übergeben, sodass wir ein Taxi benötigten, um zum Hotel zu gelangen und er dort innerhalb der ersten Stunde auch gleich seine Blase auf dem Zimmerteppich entleerte, doch konnte er anschließend schon wieder halbwegs gut stehen und auch ganz langsam laufen. Und so ein Fleck ließ sich ja schnell entfernen. Glücklicherweise hatten wir uns kurz vorher noch dazu entschlossen ein Hotelzimmer zu nehmen, was sich im Nachhinein als wirklich gute Entscheidung herausstellte.

Cody hatte die Narkose schon besser verkraftet, allerdings hatte er auch wesentlich weniger bekommen. Er blinzelte sogar noch selbständig, während Mika komplett mit offenen Augen da lag. Bei Cody musste nicht nur der Zahn, sondern offenbar auch noch ein Stückchen des Zahnfleisches entfernt werden. Die Fäden gehen ziemlich weit nach oben ins Zahnfleisch und es ist, als hätte er nun ein Tal im Zahnfleisch, links und rechts mit zwei kleinen Zahnfleischbergen. Klingt komisch, sieht aber wirklich so aus.
Ich weiß nicht, ob ich es früher schon einmal schrieb. Wenn, dann ist es auf jeden Fall schon eine ganze Weile her. Ich habe bei Cody früher eine kleine Beule an einer Rippe entdeckt. Der Check beim Haustierarzt ergab: Könnte ein Muskelknoten sein oder auch eine freistehende Rippe. Für eine freistehende Rippe war es aber zu weit vorne, also doch eher der Muskelknoten. Kurz darauf waren wir wegen seiner Muskelverspannung in den Beinen in der Tierklinik, da hatte ich die Rippe aber nicht nochmal mit abklären lassen, weil ich dachte, wir hätten nun die Ursache gefunden. Tja, nur wurde dieser Knoten immer größer. Erst dachte ich, ich bilde mir das ein. Dann hatte ich das Gefühl, dass es immer spitzer wurde. Vielleicht war ich auch nur zu überbesorgt? Am Mittwoch fand ich das dann so merkwürdig, dass ich Mama auch mal fühlen ließ. Auch sie meinte, dass das keinesfalls normal war. Ich meldete das am nächsten Tag gleich am Empfang der Tierklinik mit an, damit sich der Tierarzt das mit anschauen konnte. Wieder war es der Seniorpartner, der sich einen unserer Hunde anschaute. Er tastete danach und meinte, dass es etwas mit dem Brustbein zutun hatte. Dies musste geröntgt werden.
Im Röntgenbild stellten sich dann zwei interessante Dinge dar. Nummer 1 hatte selbst der Seniorpartner so noch nicht gesehen, aber er war ja auch kein Kardiologe. Codys Herz sitzt zu weit oben und wird nur von dem Herzband am Brustbein gehalten. Eigentlich liegt das Herz richtig auf und wird von den Rippen und der Lunge schön umschlossen. Nach zwei weiteren Bildern und Rücksprache mit der Kardiologie stellte sich heraus, dass dies durchaus nicht unüblich bei Hunden ist. Es kommt also vor, wenngleich ein normales Herz häufiger vorkommt.
Nummer 2 bestand darin, dass Cody eine abgebrochene Rippe hat. Also die Rippe ist vom Brustbein abgebrochen und das Ende liegt nun mehr darauf, als dass die Spitze in dem Brustbein mündet. Bissl schwierig zu erklären. Jedenfalls ist das ganze schon wieder am Zusammenwachsen und das seit einiger Zeit, sodass der Arzt meinte, dass Cody wohl keine Schmerzen mehr habe. Was nicht ausschließt, dass er früher keine gehabt hatte und wahrscheinlich hatte das Hundekind nur mal wieder nichts gesagt. Diese liegende Spitze und das Zusammenwachsen ist jetzt das, was wir fühlen. Man fühlt es auch nur oder besonders dann, wenn Cody sitzt. Im Stehen fällt es nicht auf, im Liegen nur in bestimmten Positionen. Immerhin weiß ich nun, was es ist. Der TA meinte noch, dass man dieses Stück zwar rausnehmen könnte, es aber ein riesiger, nicht gerechtfertigter Aufwand wäre, denn Cody könne damit alles machen. Auch den Sprung auf den Arm, den er schon seit einiger Zeit verweigert, kann ich mit ihm wieder üben. Den wollte ich aber diesmal anders aufbauen, denn unsere Physiotherapeutin meinte, er habe sich vielleicht auch im Sprung verdreht, dass den Trick nun verweigert. Möchte er den dann trotzdem nicht machen, dann lassen wir es einfach.

Beide Hunde bekommen nun Antibiotika und Schmerzmittel, Mika einige Tage länger als Cody. Sie fressen beide gut und Mika hat sich nochmal vom Wesen her verändert. Er knabbert nicht mehr so viel an Leuten herum, frisst bisher nicht mehr alles vom Boden und führt auch schon in manchen Situationen besser. Trotzdem bleibt noch eine Unstimmigkeit: das Pfotenschleifen. Unsere Tierphysio meinte zwar, dass es Faulheit wäre, wenn er HD- und Patella-frei ist, doch möchte Mama beim Kontrolltermin am Donnerstag doch nochmal den Neurologen darauf schauen lassen, der auch schon bei Cody damals einen guten Job gemacht hatte. Hoffentlich hat er da Zeit, denn er hat einen Großteil des Tages mit einem anderen Termin geblockt. Wir schätzen aber, dass Mikas Untersuchung nicht länger als zehn Minuten dauert und vielleicht hat er ja kurz die Zeit. Mika schleift auch umso mehr mit den Pfoten, je länger man mit ihm läuft und bei allen positiven Veränderungen durch die nicht mehr vorhandenen Schmerzen möchte er teilweise gar nicht mehr laufen und steht fast beim Führen. Das kann so auch nicht richtig sein. Hoffen wir mal, dass es wirklich nur Faulheit ist, denn die könnten wir mit gezielter Physiotherapie wieder in den Griff bekommen.

Und jetzt noch etwas zum Thema Uni: Mit meiner Bachelor-Arbeit komme ich so gar nicht voran, weil ich auch nicht einsehe, dass ich in meinem Urlaub etwas dafür tun soll. Meine Ferien darf ich doch auch genießen, oder nicht? Ich fange gerne endlich damit an, wenn wir nicht mehr wegfahren, also ungefähr Ende nächster Woche. Trotzdem habe ich irgendwie voll das schlechte Gewissen, wenn ich die ganze Zeit nichts tue und meinen Urlaub einfach mal genieße und das stresst mich dann wieder total. Ist doch irgendwie alles Mist. Die Ergebnisse der letzten Prüfungen sind komischerweise noch gar nicht angekommen, dabei sind die vier Wochen Korrekturzeit schon längst um. Na wer weiß.

Und noch einen Schwenk zu Mama: Die nächste OP steht an und wird Ende September stattfinden. Genau zu der Zeit ist von der Uni die Summer School vorgesehen, sprich eine Art Klassenausflug mit intellektuellem Programm. Ich habe nun einen Antrag auf Nachteilsausgleich gestellt und muss eine Ersatzleistung machen, aber hey, immer noch besser als mitten im Nirgendwo zu hocken und nicht wegzukommen. Außerdem muss sich ja auch noch jemand um Mika und Cody kümmern, die ich beide schlecht hätte mitnehmen können. Wollen wir mal hoffen, dass sowohl die OP, als auch der Antrag positiv verlaufen.

26.8.17 23:18, kommentieren

Neues zu Mika

Am Samstag, dem 01.07., waren wir mit Mika und Cody in der Tierklinik in Lüneburg, um die Zähne abchecken zu lassen. Wie erwartet, war der Befund nicht gerade vielversprechend.
Mir sind ja zwei bläulich verfärbte Zähne aufgefallen, die beiden oberen Eckzähne. Dabei handelt es sich um Dentaleinblutungen, die durch einen Sturz, einen harten Zusammenprall oder durch einen Biss auf etwas sehr hartes entstehen können. Diese Zähne müssen nun in einem nächsten Termin unter Narkose geröntgt werden, um anschließend zu entscheiden, ob sie gezogen werden müssen. Wenn die Zähne sich nicht entzündet haben, dann können sie vermutlich drin bleiben, allerdings wird wohl auch die blaue Färbung bleiben.
Der ganz kleine, kaum sichtbare Zahn an der Seite direkt hinter dem einen Eckzahn ist abgebrochen. Die Pulpa - das Ding in der Mitte des Zahnes, wo die Nerven und Blutgefäße entlanglaufen - ist offen und da wir, wie bei allem anderen auch, nicht wissen wie alt die Frakturen sind, muss dieser Zahn definitiv gezogen werden. Auch ein weiterer Zahn unten, direkt gegenüber des ganz kleinen, muss auch gezogen werden, da dieser ebenfalls abgebrochen ist mit eröffneter Pulpa.

Natürlich könnte man auch versuchen die Zähne durch eine Wurzelbehandlung zu retten, das ist am Ende das gleiche wie beim Menschen. Nur besteht dabei einfach die Gefahr, dass sich die Bakterien schon längst eingenistet haben und dann weiter ihr Unheil anrichten, auch wenn die Wurzel entfernt ist. Daher kommt diese Art der Behandlung tatsächlich nur in Frage, wenn die Fraktur noch sehr jung ist. Wenn man also einen abgebrochenen Zahn bemerkt, was kurzzeitig ziemlich stark blutet, dann sollte man am besten noch am gleichen Tag oder am Tag darauf zum Tierarzt, damit dieser den Zahn flicken kann.

Auch mein Hundekind hat ja einen abgebrochenen Zahn, vorne an der kleinen Zahnreihe oben. Hier gilt dasselbe Prinzip: Die Fraktur ist schon über 2 Jahre alt, also muss der Zahn raus.

Wenn die Hunde nun eh schon einmal in Narkose liegen für das Röntgen und die anschließende Zahnextraktion, wird auch gleich der Zahnstein mit entfernt. Das wiederum finde ich recht gut, so werden die Zähne einmal grundsaniert und wir sparen uns mögliche Löcher in zwei Jahren und mehrere Narkosen.

Beide Hunde werden am auch am gleichen Tag behandelt, sodass wir nicht doppelt fahren müssen. Mika wird anschließend natürlich nicht führen, das heißt Mama wird ihren Blindenstock mitnehmen, wir schauen uns für die Zeit der OPs Lüneburg an und anschließend geht es mit Mika an der Leine nach Hause. Er soll nach der Narkose wieder gehfähig sein, aber wir wollen ihm das Führen dann doch nicht zumuten, soll sich der Kopf doch erstmal wieder klaren.

Mama hat sich diese Woche nach dem Besuch total die Sorgen um ihren Hunde gemacht. Hihi, IHR Hund. Jetzt versteht sie es langsam. ;D
Sie hatte oder hat auch immer noch große Sorge, dass Mika während der Narkose sterben könnte. Ich habe nun schon versucht ihr die Sorgen zu nehmen, wir müssen dann aber mal schauen, ob sie anwesend sein wird, wenn die Hunde die Zugänge bekommen. Ich möchte auf jeden Fall anwesend sein, wenn die Hunde narkotisiert werden, vor allem für Cody, der mir ja vertraut und ich möchte nicht, dass er voller Angst in die Narkose rutscht, weil er nicht weiß, was passiert. Klingt vielleicht blöd, wenn man das so liest, aber ich denke, es ist auch für den Menschen viel schlimmer, wenn dieser voller Angst narkotisiert wird, als wenn er Vertrauen in die Personen setzt, die ihn narkotisieren. Zumal Cody sicherlich mit durch die Tür schlüpfen wollen würde, wenn wir rausgehen sollen. Das schürt nur noch mehr Angst und das will ich nun wirklich nicht.

Komischerweise habe ich im Gegensatz zu Mama gar keine Angst, dass die Hunde sterben könnten, sind es doch nur die Zähne, die gemacht werden müssen. Aber klar, jede Narkose birgt ein Risiko. Trotzdem mache ich mir über sowas erst Gedanken, wenn dieser Todesfall eintreten sollte - auch ein Grund, warum ich bei Codys Narkose dabei sein möchte, damit ich mich quasi schon vorab für den Fall der Fälle verabschieden kann. Trotzdem glaube ich, dass beide Hunde gesund und munter wieder aufwachen werden.

Nun schauen wir mal, wann der Termin stattfindet. Leider muss es ein Tag unter der Woche sein, daher kann es erst in Mamas Urlaub stattfinden. Gut, auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es nun auch nicht an. Und Mama muss demnächst sowieso wieder operiert werden, da die Blutgefäße über der Hornhaut nun schon echt grenzwertig sind. Die müssen wieder weggespritzt werden. Sollte das zeitnah nach den Hunde-OPs stattfinden, hätte Mika noch ein paar Tage mehr, um sich zu erholen. Wobei wir wahrscheinlich eh noch ein oder zwei Tage warten werden, bis Mika wirklich wieder fit ist. Na mal schauen, auch Mamas OP-Termin steht noch nicht fest, ich hoffe nur bzw. habe angesagt, dass der Termin nach unserem Musicalbesuch stattfinden soll oder aber mindestens zwei Wochen vorher, was die sicherlich nicht schaffen werden. Das Musical ist auch diesen Sommer wieder das einzige, was wir einigermaßen gut wahrnehmen können, da die neue Hornhauttransplantation ja auch noch aussteht. Vielleicht fahren wir nochmal eine Woche zu Oma, das war ja auch ursprünglich der Plan, da müssen wir ebenfalls darüber nachdenken, wie wir das handhaben können. Hach ja, ist mal wieder leicht kompliziert zur Zeit.

Immerhin werden die Kosten für die Mika-OP und das Mika-Röntgen von der Krankenkasse übernommen. Zuerst wollte die Kasse noch prüfen, bei wem die Zahnschäden entstanden sind, aber da es sich hier um die Erwachsenenzähne handelt, kann es sowohl in der Patenfamilie, als auch in Führhundschule passiert sein, somit ist die "Schuld" kaum nachweisbar. Uns ist es am Ende auch egal, Hauptsache ist, dass Mika angemessen geholfen wird.

Gestern haben wir übrigens einen Bekannten getroffen, der mit Mina gespielt hatte, was selten dämlich war. Ich meine, anfangs hielt ich Mika noch fix die Schnauze zu mit dem Hinweis an ihn: "Nicht knabbern!"
Kurze Zeit später war es dann so, dass unser Bekannter auf das Spiel richtig einging und Mika knabberte natürlich wieder wunderbar an Arm und Hand. Er sprang auch und schnappte nach "seiner Beute".
Am Ende hieß es an uns gerichtet: "Leute, da müsst ihr was machen!" Er hatte ja keine Ahnung, dass das die harmlose Mika-Variante war, immerhin bin ich die ersten knapp vier Wochen mit blauen Flecken an den Armen rumgelaufen, die wer weiß was erahnen ließen. Ich sah echt aus, als wäre ich misshandelt worden.

Am Ende sind wir durchaus dabei etwas zu machen, immerhin packt Mika nicht mehr so krass zu wie noch vor wenigen Wochen, aber wir können jetzt auch keinen x-beliebigen Hundetrainer dazu holen, immerhin ist Mika immer noch ein ausgebildetes Hilfsmittel. Wenn es nach der Frührhundschule ginge, dürfte Mika gar nicht gestreichelt werden und nur wenig mit Hunden spielen, damit das Interesse gar nicht erst geweckt wird.
Aber mal ehrlich, das ist doch nicht Sinn der Sache. Mika hat nun schon gelernt nicht mehr so grob zu spielen, auch wenn es auch da noch einiges zu lernen gibt, und Mika entwickelt sich auch langsam zum Kuschelhund. Morgens kuscheln Mama und er immer mindestens zehn Minuten und auch das Kämmen geht schon wesentlich besser, er bleibt brav liegen und lässt sich auch an der Rute schon viel, viel besser anfassen und kämmen.
Jetzt besteht einfach noch die Schwierigkeit, dass er das normale Hundsein lernt, also dieses: "Du darfst Interesse an anderen Hunden haben, aber ich entscheide, ob gespielt wird oder nicht und wir können auch einfach an ihnen vorbeigehen."
Aber das dauert natürlich wieder und geht nicht von heute auf morgen. Zumal Mama sich da auch erst hineinfinden muss. Und kleine Erfolgserlebnisse hatte wir nun auch schon mehrfach, teils aber auch erst, nachdem er sich schon in die Leine gestemmt hatte. Nachdem wir dann klar gemacht hatten, dass er nicht einfach lospreschen kann, war er wieder ganz brav und hat auch ganz freundlich an einem anderen Hund geschnüffelt oder ähnliches. Also wir machen schon Fortschritte, nur eben kleine.

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