Mein Puschelputzi

Unser Leben mit einem kleinen Wirbelwind
 
 

Schlafende Vögel

Gerade machtenich mich auf den Weg in mein Zimmer, um ins Bett zu gehen, da fiel mit auf, dass die Birke vor meinem Fenster unnatürlich hell angestrahlt wurde. Ein kurzer Check der Straße verriet mir, dass kein Auto daran schuld war, sondern viel eher das Licht unseres Nachbarn - was auch immer er mit so hellem Licht tut.Ich betrachtete den Baum etwas heller und entdeckte zwei Tauben, die eng aneinandergekuschelt anscheinend schliefen. Sowas lasse ich mir natürlich nicht entgehen, also holte ich noch einmal meine Kamera heraus, die mir heute so einige schöne Cody-Fotos geliefert hatte, und versuchte von meinem Zimmer aus mit einem speziellen Nachtmodus ein Foto zu bekommen. Pustekuchen, das Licht war zu schlecht. Da der Modus auch das Umgebungslicht nutzt und es in meinem Zimmer natürlich dunkel war, beschloss ich kurz raus auf den Balkon zu gehen, in der Hoffnunf, dass das wenige Mehr an Licht nun bessere Ergebnisse erzielen würde, schließlich hatte ich schon gute Erfahrungen mit dem Modus gemacht, allerdings bei Objekten, die stark angeleuchtet wurden. Das Licht reichte immer noch nicht aus, sodass ich nicht umhin kam, den Blitz zu benutzen. Das missfiel mir eigentlich, schließlich möchte zu nachtschlafender Zeit so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf mich lenken. Mit Blitz gelang mir nun beim ersten Versuch ein klasse Foto.Mir fiel gleich auf, dass die Tauben anscheinend mit offenen Augen schliefen. Na ja, bei der zweiten könnte man fast meinen, dass diese ihr auf dem Bild sichtbares Auge zu hat. Nun fragte ich mich, ob alle Vögel mit offenen Augen schlafen würden bzw. ob Vögel keine Augenlider hätten. Das Internet wusste Rat: Ja, Vögel schlafen tatsächlich mit zumindest meist einem offenen Auge, da nur eine Gehirnhälfte schläft. Die andere Hälfte ist wach und somit halten sie mit dem offenen Auge nach Feinden Ausschau. Wieder was gelernt. Nun heißt es auch für mich: Gute Nacht!

11.4.17 22:47, kommentieren

Familienzuwachs

Am Freitag waren wir erneut bei der Führhundschule. Die Hündin namens "Nelly" war ganz nach Mamas Geschmack: hell und etwas aufgeweckter. Sie hat ein ähnliches Temperament wie Cody, erstmal aufgedreht, legt sie richtig los. Dementsprechend war sie sich auch fürs Austesten nicht zu schade, ein Knabbern hier, ein Anspringen dort - mal sehen, wie weit ich gehen kann. Fürs Spiel war sie auch sofort zu begeistern, mit allem Übermut, den Cody auch zeigt.
Trotzdem ist sie natürlich nur in einigen Eigenschaften mit Cody vergleichbar. Bei Cody ist der ganze Spieltrieb und die gewisse Wildheit dabei noch stärker ausgeprägt. Sie sind beide sehr neugierig, doch ist Cody dabei auch schnell abgelenkt und manchmal schreckhaft, was Nelly natürlich nicht sein darf, sonst wäre sie als Blindenführhund vollkommen ungeeignet.
Cody zeigte sich genauso wie beim letzten Mal eher zurückhaltend. Auf Nellys deutliche Spielaufforderungen ging er nicht ein, auch bellte er manchmal - wobei nicht ganz so viel wie beim letzten Mal - und er gönnte sich auch bei ihr zwei Versuche sie zu dominieren, ist sie doch kastriert. Wenigstens ließ er sich diesmal leichter davon abbringen.

Da Nelly schon fertig ausgebildet ist und ja ursprünglich zur einer anderen Dame sollte, konnten wir mit ihr gleich einen Probelauf machen. Ich ging mit Cody mit ein wenig Abstand hinterher. Erstaunlicherweise hatte Cody fast keine Mätzchen gemacht: kein aufgeregtes Bellen, kein in die Leine springen, dafür zog er aber ein wenig. Ich kann mir gut vorstellen, dass Nelly und Mama ein gutes Team werden, auch wenn beide beim Probelauf noch ein paar Fehler gemacht haben.
Nelly hat schnell spitz gekriegt, dass Mama es nicht schlimm findet, wenn sie die leichten Bordsteinkanten einfach überläuft, anstatt sie anzuzeigen. Die Trainerin hatte es glücklicherweise auch bemerkt und Mama gleich angewiesen Nelly zu korrigieren, sprich nochmal Kehrt zu machen und erneut die Bordsteinkante anzusteuern. Nelly merkte zudem, dass Mama ein wenig unkonzentriert war, wollte sie doch alles richtig machen. Daher schnüffelte sie kurz mal hier und drehte beim Stehenbleiben den Kopf nach da, was wiederum von der Trainerin sofort korrigiert wurde, denn Schätzelein war ja am arbeiten.
Die Trainerin war zufrieden mit den beiden und meinte auch, dass es immer zweifelhaft sei, wenn ein Probelauf perfekt laufe, denn dann blende entweder der Mensch oder der Hund und das sei ein Zeichen dafür, dass mit der Paarung etwas nicht stimme.

Nun wird Nelly noch der Krankenkasse als der passende Hund vorgestellt, die nun bis hoffentlich Ende der neuen Woche ihr OK geben und dann können wir vermutlich nach Ostern mit der Einarbeitung beginnen. Wenn alles gut klappt und Mama und Nelly auch die Gespannprüfung bestehen, dann gehört Nelly Anfang Mai schon fest zu uns, pünktlich zum Geburtstag von Mama und auch von Cody, der wenige Tage vor ihr Geburtstag hat.
Ich bin mal gespannt, wie Nelly und Cody zurechtkommen, wenn die Einarbeitung anfängt, denn ab dem Tag lebt Nelly bei uns, lernt unsere Regeln und die zu laufenden Wege kennen und lebt sich einfach etwas ein. Jetzt geht doch plötzlich alles ganz schnell und wir müssen aufpassen, dass Cody sich nicht vernachlässigt fühlt, da Nelly ja diverse Sonderrechte im Alltag hat, so darf sie mit zum Einkaufen, zum Arzt, ins Restaurant und überall sonst hin, wo eigentlich keine Hunde erlaubt sind.

Zuvor bekommen wir aber noch zwei Gasthunde. Als erstes besucht uns eine Chihuahua-Hündin für zwei Wochen, gefolgt vom Collie-Rüden Leon, den wir schon einmal kennenlernen durften. Das werden die letzten zwei Gasthunde sein, denn wenn Nelly erstmal da ist, haben wir weder die Zeit noch den Platz für weitere Hunde. Das müssen wir dann auch denjenigen Hundebesitzern sagen, die eigentlich etwas längerfristiges gesucht hatten, aber wer kann schon ahnen, dass es jetzt nach der ganze zweijährigen Warterei so fix geht und ich denke schon, dass die Menschen dafür Verständnis haben werden, zumindest sollten sie es, denn eine neue Betreuung findet man zweifellos schneller, als einen passenden Blindenführhund.

1 Kommentar 2.4.17 13:50, kommentieren